Einkehr Geiselgasteig

Mit dem Kauf des Gutes Geiselgasteig im Jahr 1900 gelangten auch die konomiegebude und das ehemalige Herrenhaus in den Besitz der Heilmann'schen Immobiliengesellschaft.
Straenansicht, ca. 1905

Im Jahr 1902 beauftragte die Gesellschaft die Architekten Gebr. Rank mit dem Umbau der konomiegebude. Im Jahr 1903 wurde die Anlage fertiggestellt. Dazu schrieb die Deutsche Bauzeitung: 

"Als von der Direktion der Heilmann'schen Immobiliengesellschaft der Auftrag erteilt wurde, unter mglichster Beibehaltung der vorhandenen landwirtschaftlichen bauten und unter Anpassung derselben zu Wirtschaftszwecken einen seiner landschaftlichen Umgebung wrdigen Erfrischungsort zu schaffen, waren die Architekten Gebr. Rank bestrebt, mit ihren Baugedanken an diese Zeit sozialer Einigkeit und poesievoller Schlichtheit des Denkens anzuknpfen. [...] Die gegebenen Baulichkeiten waren fr Wirtschaftszwecke wie geschaffen, eingeschossige Parterrebauten, einerseits eine gewlbte aber sehr verfallene Viehstallung, dieser gegenber der Heustadel, im Hintergrund das Braumeisterhaus."

Die Deutsche Bauzeitung betonte, das Originelle der Anlage liege darin, dass es sich "jener einfachen, bescheidenen, man mchte sagen Mnchner Wirtshaus-Architektur angliedert, fr welche Mnchen, die weltbekannte Bierstadt mit seinen zahlreichen Wirtshusern genug Gelegenheit zur Anwendung gab und darin so manche mustergltige Leitung aufweisen kann.

Die Zeitschrift Architektonische Rundschau sah die Einkehr - ebenso wie die Heilmann'sche Immobiliengesellschaft - als Oase altgemtlicher Biedermeiertraulichkeit.

Im Jahr 1910 warb der Besitzer der Einkehr fr die beliebte Gastwirtschaft: "Herrliche Wirtsgrten, groer Saal mit Bogengngen, offene Halle im Biedermeierstil, ff. Thomasbrubier, auswahlreiche Kche, reine Weine, vorzglicher Kaffee mit selbstgebackenen Nudeln; aufmerksame Bedienung, zivile Preise. Freundlichem Besuche sieht entgegen Paul Heinrich, Wirtschaftsbesitzer." Heute steht nur noch das Hauptgebude der ehemalig groen Anlage; das Lokal fhrt seit Oktober 1998 Frau Pongratz.
 
Blick in die offene Restaurationshalle, 1905

Sommer im Wirtsgarten, 1910